Kreislaufschonend bei Rekordtemperaturen!

33, 34, 35°C… die Temperaturen steigen in Berlin, es wird schwül, wir schwitzen und fühlen uns schlapp und müde. Der Körper braucht mehr Energie, um die kleinsten Dinge zu erledigen. Und eine OP – bei dem Wetter? Bitte nicht, denken sich jetzt vielleicht viele – und fragen dann auch nach, ob unsere Klinik klimatisiert ist.

Selbstverständlich! In der  MIC Klinik lässt es sich auf den vollklimatisierten Stationen perfekt regenerieren. Bei angenehmen Temperaturen erholen Sie sich kreislaufschonend und entspannt.

 

Auf was Bienen stehen – eine Anleitung

Auf was Bienen fliegen

Haben Sie’s gemerkt? Die Bienen sind wieder unterwegs! Doch Wissenschaftlerwarnen: Das große Summen in unseren Gärten könnte bald ein Ende haben. Dabei kann jeder etwas tun, um den Insekten unter die Flügel zu greifen. Eine Anleitung.

Das Thermometer über 25 Grad, die Cafés längst schon wieder gut gefüllt. Kein Zweifel, der Frühling ist da! Zeit, endlich Sonne zu tanken und das Frühstück auf den Balkon zu verlegen. Doch wer sich schon vor dem ersten Bissen brummender Geschwader erwehren muss, vergisst vielleicht zu schnell, mit wem er da den Tisch teilt. Denn so lästig sie seien mögen, wenn man ihnen zu nahekommt: Es steht nicht gut um unsere Bienen. Wie wichtig die Insekten für Natur und Landwirtschaft sind, haben wir in den letzten Beiträgen erklärt. Um so drängender erscheinen dieser Tage die Sorgen von Forschern und Biologen. Den vergangen Winter haben laut ersten Umfragen unter Imkern bis zu zwanzig Prozent der Bienenvölker nicht überstanden. Verluste von zehn Prozent gelten als normal. Der milde Winter, die viel zu frühe Blütenphase, aber auch Parasiten machen den Bienen das Leben schwer. In den Monokulturen unserer Landwirtschaft fehlt es schlicht an ausreichend Futter.

Hoffnung gibt es dennoch. Denn in den letzten Jahren hat sich Imkerei als Hobby zu einem echten Trend entwickelt. Doch Bienenpflege braucht Mühe und vor allem Zeit. Ein Luxus, den viele Menschen nicht haben. Wer Bienen unterstützen will, muss aber nicht unbedingt selbst zum Imker werden. Denn am besten hilft, was erstaunlich simpel ist:
Säen sie Blumen! Im Garten, auf Brachflächen oder auf dem Balkon. Es ist beinahe egal, wie und wo! Denn hungrige Bienen sind schwache Bienen und damit viel anfälliger für Krankheiten.

Tatsächlich finden die Insekten mittlerweile weit mehr Nahrung in den Städten als auf Äckern. Damit sie das ganze Jahr über gut versorgt sind, benötigen die Tiere aber viele verschiedene Pflanzen, die zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr blühen. Als Tipp für die Bepflanzung empfiehlt der Bund für Umwelt und Naturschutz: Je vielfältiger desto besser. Bienen mögen vor allem nektar- und pollenreiche Blüten, wie die von Wiesenklee oder Obstbäumen. Und sie sind absolute Fans heimischer Gewächse! Vor allem die stark bedrohten Wildbienen verzichten gerne auf exotische Blüten. Es ist natürlich selbstverständlich, dass beim Kauf von Blumen, Stauden und Sträuchern vor allem Pflanzen im Korb landen sollten, die nicht mit Insektiziden behandelt wurden. Zudem mögen Bienen auch immer ein wenig Wildnis in Blumenkästen und Beeten. Viele Hobbygärtner verwehren mit ihrer, wenn auch gut gemeinten, Ordnungsliebe den Bienen erträgliche Nahrungsquellen. Denn gestutzter Rasen, beinahe blütenfreie Nadelbäume und unkrautfreie Beete gleichen in der Welt der Bienen einer kargen Wüste. Lassen Sie es also einfach mal wachsen! Auch sogenannte Bienenhotels sind unter Bienenschützern längst kein Geheimtipp mehr. In diese Nisthilfen, die aus einfachen Holzblöcken mit Bohrlöchern bestehen, können Wildbienen und andere Insekten ihre Nester bauen. Um sie vor Feuchtigkeit zu schützen, sollten die Hotels an Plätzen stehen, auf die zumindest für einige Zeit am Tag die Sonne scheint. Und ganz klar: Auch Bienen haben Durst! Auch hier lässt sich aber leicht helfen. Stellen sie im Sommer einfach ein Schälchen Wasser mit Kiesel darin, in die Nähe blühender Pflanzen! Denken sie sich eine Vogeltränke. Eben nur in winzig klein!

Zuhause und auf dem Balkon Sie mögen Kräuter? Bienen auch! Mehr noch: Sie lieben Rosmarin, Bohnenkraut, Thymian, Minze, Basilikum, Salbei, Schnittlauch oder Zitronenmelisse. Was für ein gelungenes Essen taugt, macht auch die Insekten glücklich. Aber lassen Sie immer genug blühen und schneiden Sie die Blüten nicht ab! Für Blumenkästen eignen sich ebenso Buschzinnie, Studentenblume, Vanilleblume, Männertreu, Steinkraut, Lavendel, Wicken und Winden. Halbschatten vertragen zum Beispiel Katzenminze, Knäuelglockenblume, Berglauch oder Kuhschelle. Auch Kletterpflanzen wie die Waldrebe, Kapuzinerkresse oder Efeu sind prima für Balkone und Bienen.

Bienenfreundliche Vorstadtgärten Krokus, Winterling, Blaustern und Märzenbecher sind im Frühjahr die ersten Anlaufstellen für Insekten. Im Sommer bieten zum Beispiel Sonnenblume, Königskerze, Mohn, Kornblume und Margerite ideale Nahrung. Ins bienenfreundliche Staudenbeet passen Fetthenne, Kugeldistel, Löwenmäulchen, Phlox, Flockenblumen, Malven und Vergissmeinnicht. Auch Rosen sind gut geeignet – aber es müssen ungefüllte Sorten sein: In gefüllten Blumensorten von Rosen, Pfingstrosen oder Astern finden die Bienen zwischen den Blätterwänden keinen Weg in die Blüte. Eine Enttäuschung für Bienen sind auch Geranien. Farbe und Duft versprechen köstlichen Nektar, obwohl es gar keinen gibt. Pflanzen Sie lieber ein paar Brombeer- oder Johannisbeersträucher. An den Beeren haben auch Sie später Vergnügen! Die Blüten vieler Gemüsepflanzen wie Zucchini oder Kürbis bieten ebenfalls viel Nektar und Pollen.

Der große GartenProbieren Sie unbedingt Bienenweide! Das ist eine bunte Blumenwiese aus einer Mischung regionaler Kultur- und Wildarten. Das Saatgut gibt es in jedem guten Fachhandel. Bekannt ist vor allem die »Tübinger Mischung« mit einjährigen Kulturarten wie Phacelia, Buchweizen, Ackersenf, Ringelblume und Koriander. Sie ist für beinahe jeden Standort, von trockenen Sandböden abgesehen, geeignet. Der Imker Eckard Radke hält aber bekannte Obstbäume wie Apfel, Birne, Quitte oder Sauerkirsche für eine noch bessere Wahl. Denn diese Pflanzen sind bienenfreundlich, aber zudem viel nachhaltiger als einjährige Blumenmischungen. Einmal gepflanzt, haben Mensch und Tier über lange Zeit etwas von ihnen. Ebenso verhältes sich mit Kastanie, Linde, Haselnuss oder Ahorn.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

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EARTH DAY am 22. April zum 50. Mal

An einem Tag wie heute, dem EARTH DAY, bietet sich wieder Gelegenheit ernsthaft nachzudenken. Und da dieser besondere Tag dieses Jahr mit Ostermontag, einem Feiertag, kollidiert, hätten wir vielleicht auch alle ein klein bisschen Zeit dazu.

Der Earth Day ist eine jährliche Veranstaltung, die weltweit stattfindet, um die Unterstützung des Umweltschutzes zu unterstreichen.

Ziel ist es, die Menschen zu ermutigen, Dinge zu tun, die der Erde nützen, wie z.B. Verpackungen verringern, wiederverwenden, mehr Recycling, Nutzung von Sonnenenergie oder das Pflanzen von Bäumen.

Das Ereignis findet auf der ganzen Welt in mehr als 190 Länder statt und wird als der größte weltliche Feiertag der Welt bezeichnet.

Für 2019 lautet das Thema des EARTH DAY  ARTENSCHUTZ.

Wenn Sie aktiv werden wollen, können Sie auf der Webseite von Earth Day  ein Action-Toolkit herunterladen und herausfinden, wie sie dazu beitragen können, die Millionen von Arten auf dem Planeten zu retten.

Die MIC Klinik ist seit Jahresbeginn dabei, intern „aufzuräumen“ – Verringerung von Verpackungsmüll, Mülltrennung, keine Kapselmaschinen, Wiesenflächen statt Parkanlage, und noch viele geplante Aktionen, über die wir berichten werden.

Dazu gehört  auch, die wiederholte Aufmerksamkeit auf das Thema Umwelt zu lenken. Und so auch heute, am nunmehr 50. EARTH DAY.

Artenvielfalt ade? — Warum es hiesige Bienen schwer haben

Bayern kann was! Nein, es geht uns nicht um Sportliches! Im südlichsten Bundesland hat es ein Volksbegehren zum Artenschutz in den Landtag geschafft. Doch wie sinnvoll ist die Forderung nach mehr ökologischer Landwirtschaft und weniger Pestiziden in der Praxis?

Die Zeit war knapp, 950.000 Unterschriften ein stolzes Ziel. Am Ende ging alles gut – das Volksbegehren Artenvielfalt hat im Februar alle Hürden genommen. Jetzt ist der bayrische Landtag am Zug. Eine Premiere in Deutschland. Das Anliegen: Durch Änderung des Naturschutzgesetzes dem Insektensterben Einhalt gebieten und die Artenvielfalt retten. Aber sind die Vorschläge aus wissenschaftlicher Sicht sinnvoll? Und was bedeutet die Initiative für das Leben der Bienen? Wir haben die wichtigsten Fakten zusammengetragen:

 Braucht es die kleinen Krabbeltiere überhaupt? Ja, ja und ja! Keine Tiergruppe ist so divers wie die der Insekten. Sie sind Grundlage gesunder Ökosysteme und dienen zahlreichen anderen Tieren als Nahrung. Fehlen die Insekten, gibt es bald auch weniger Fische, Frösche, Eidechsen, Vögel und Säugetiere. Zu denen gehören im Übrigen auch wir! Dass ohne Bestäubung ebenso die heimische Flora verloren ist, müssen wir kaum erwähnen, oder?

 

Warum sprechen wir dann immer nur über Bienen?  Alte Marketing-Regel: Jede gute Kampagne braucht ein Gesicht. Bienen sind die Sympathieträger unter den Insekten und für Naturschützer seit Jahren dankbare Helfer, um auf ihre Arbeit aufmerksam zu machen. Deshalb lautete das Motto des bayrischen Volksbegehrens auch “Rettet die Bienen!”. Nicht zuletzt wegen ihrer Rolle als Honigproduzent und Bestäuber verbinden die meisten Menschen mit ihnen vor allem Gutes! Wir sollten aber nicht vergessen, dass es neben der Honigbiene mehr als 570 wilde Bienenarten und tausende andere Insekten gibt, die ebenso ihre Arbeit als Bestäuber verrichten.

Aber dieses Bienensterben – das sind doch nur
Fake News, oder? 
Tatsächlich wird der Begriff “Bienensterben” in der öffentlichen Debatte um die Artenvielfalt oft politisch verwendet. Das damit beschriebene, flächendeckende Aussterben der Bienen ist wissenschaftlich betrachtet, zum Glück, noch nicht belegbar. Dennoch steht rund die Hälfte der hiesigen Wildbienenarten auf der Roten Liste und man muss damit rechnen, dass jede dritte Art in den kommenden 25 Jahren ausstirbt. Wahr ist aber auch, dass die Honigbiene selbst davon vermutlich nie bedroht sein wird: Denn wegen ihrer kommerziellen Nutzung, kann sie, solange es Imker gibt, auch nicht aussterben. Nur neun der rund 25.000 existierenden Bienenarten zählen zu den Honigbienen. Sie allein sind aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, wenn es um die Bestäubung natürlicher und Nutzpflanzen geht.

Und die anderen Insekten? Geht es wenigstens denen gut? Das die Zahl einzelner Arten in manchen Gebieten stark abnimmt, ist ein messbarer Fakt. Allerdings fehlen schlicht umfassende wissenschaftliche Daten, um in Deutschland auf ein größeres Problem schließen zu können. Was wir sicher wissen: Vor allem die Spezialisten unter den Insekten, also solche die beispielsweise nur den Nektar einer Pflanze trinken, scheinen langsam zu verschwinden. Generalisten hingegen nehmen hier und da in Ihrer Zahl sogar zu. Allgemein ist sich die Wissenschaft aber einig, dass sich die weltweite Biomasse aller Insekten in den vergangenen Jahren verringert hat. Eine aktuelle Arbeit, die Daten aus über 70 Studien einbezieht, kommt zum Schluss, dass 40 Prozent aller Arten rückläufig und ein Drittel bereits jetzt vom Aussterben bedroht sind.

Warum ist das so?Die Hauptgründe für den Verlust der Vielfalt sehen die Autoren der Übersichtsstudie im Verlust von natürlichem Lebensraum und intensiver Landwirtschaft sowie zunehmender Urbanisierung. Auf vermeintlichen schönem englischen Rasen oder umgepflügten Ackerrandstreifen, finden Insekten weder Essbares noch Nistplätze.

Zudem setzen der Klimawandel und invasive, teils im Zuge der Globalisierung verbreitete Arten den heimischen Spezies zu.

Doch auch der Einsatz von Pestiziden sowie synthetischer Düngemittel spielt laut der Forschergruppe eine große Rolle. Pestizide meint hierbei chemische Stoffe, die als schädlich betrachtete Pflanzen oder Tiere beseitigen oder im Wachstum hemmen sollen. Dazu zählen auch die sogenannten Neonicotinoide.Das Problem:Gerade diese scheinen Bienen magisch anzulocken und verursachen empfindliche Schäden am Nervensystem der Tiere. Nicht nur das Lernvermögen, sondern auch der lebenswichtige Orientierungssinn wird durch die Pestizide beeinträchtigt. Sie stehen daher im Verdacht wesentlicher Verursacher des Bienenschwunds zu sein. Obwohl es 2018 europaweit eine Verschärfung der Regeln zum Freilandeinsatz verschiedener Stoffe gab, ist Chemie in der Landwirtschaft bis auf Weiteres noch immer eine Selbstverständlichkeit.

Was kann mann tun, um Insekten besser zu schützen? Ein Umdenken in der Landwirtschaft ist mittlerweile bitter nötig. Auch die Autoren der Studie sind überzeugt: Ohne die Wiederherstellung natürlicher Lebensräume, dem Verzicht auf Pestizide (oder zumindest starke Reduktion!) und der Nutzung ökologischer Praktiken, können wir den aktuellen Trend kaum umkehren. Aber es braucht nicht immer die große politische Bühne um etwas zu erreichen. Wenn wir alle ganz bewusst in unseren Gärten wieder Futter- und Nistmöglichkeiten schaffen, ist schon ein erster Schritt getan!

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Summende Superhelden

Ohne Bienen wäre die Welt ärmer. Sie bestäuben Blumen, halten das Ökosystem im Gleichgewicht. Klar. Aber wussten Sie, dass Bienen uns auch helfen können mit unserem Plastik-Problem, verfallenden Städten und sogar dem Elefanten-Sterben fertig zu werden?

Es ist keine Übertreibung, wenn man behauptet Bienen hielten die Welt in den Fugen. Ohne Bienen gäbe es beinahe keine Pflanzen, keine funktionierende Landwirtschaft. Zwei Drittel unserer heimischen Flora sind auf ihre Bestäubung angewiesen. Sterben die Insekten, bleiben die Regale in unseren Supermärkten leer. Tatsächlich ist die Lage ernst. Denn obgleich wir beginnen zu verstehen, was zum langsamen Verschwinden vieler Bienenarten führt, scheint die Lösung des Problems in weiter Ferne. Wie sehr die Bienen und ihr Schicksal mittlerweile auch ganz bewusst im Alltag angekommen sind, zeigt das erfolgreiche Volksbegehren zu ihrem Schutz in Bayern. Aber Bienen zu retten, heißt vielleicht weit mehr als wir bisher glaubten. Denn die Biene vermag am Ende auch uns zu retten! Drei Beispiele zeigen, wie die Insekten uns bei Problemen helfen können, die auf den ersten Blick nichts mit ihnen zu tun haben:

 

  1. Bioplastik aus der Bienenwaben

Die geometrischen Waben der Bienennester erscheinen ohnehin wie natürliche Kunstwerke. Doch nun interessieren sich neben Biologen auch Ingenieure für die Nester der Insekten. Das neuseeländische Startup “Humble Bee” hat es sich zur Mission gemacht, umweltschädliche Kunststoffe durch von der Natur inspirierte, nachhaltige Materialen zu ersetzen. Inspiriert vom Nistmaterial der einheimischen Maskenbiene, arbeitet man dort sehr erfolgreich an einem Plastikersatz.

Anders als die meisten Bienen, ist die Maskenbiene aber eine Einzelgängerin. Ihr Nest baut sie in meist schon vorhandenen Felsspalten oder kleinen Höhlen. Dabei ist das Biopolymer der Nester so reißfest, wasserabweisend und belastbar wie Plastikfolie, jedoch weit weniger schädlich für die Umwelt. Die Idee der Neuseeländer ist, dass ihr Material vor allem bei Camping- und Outdoorausrüstung eine sinnvolle Alternative darstellen kann. Denn Menschen, die gerne Natur genießen, wären auch interessiert daran, Produkte zu verwenden die ihr nicht schaden. Ein guter Plan!

  1. Von der Autostadt zum Bienenparadies 

Einst Inbegriff des industriellen Aufschwungs in den USA und untrennbar mit dem Automobilbau verbunden, ist Detroit heute ein Symbol für den Niedergang von Städten in Folge rasanten Strukturwandels in Wirtschaft und Arbeitswelt. Lange galt die größte Stadt im Bundesstatt Michigan als verloren. Die Detroiter selbst hingegen haben sich nie aufgegeben. Im Gegenteil: Mit viel Leidenschaft und Einfallsreichtum erobert man Stück für Stück Lebensqualität zurück. Bereits seit mehr als 10 Jahren gehört Detroit nun zu den weltweiten Vorreitern des “Urban Farming”. Als Reaktion auf Verwahrlosung und Armut, begann man überall in der Stadt Gärten und Farmen anzulegen.

Zu den ebenso stolzen wie stoischen Detroitern gehören auch  Fotograf Timothy Pauleund seine Partnerin Nicole Lindsey. Vor ein paar Jahren kauften die beiden von der Stadt ein 3000 Quadratmeter grosses brachliegendes Grundstück für gerade einmal 340 Dollar. Dort fand sich zwar allerlei Müll, aber das hielt die zwei nicht von ihrem Plan ab: Mit zwei Bienenschwärmen wurde aus dem Fotografen ein Hobby-Imker und, so hoffte das Paar, die Stadt bald nicht nur schöner sondern auch gesünder. Denn auf die Idee kam Paule als er in den Monaten zuvor, unter einer schweren Erkältung leidend, die Vorzüge lokalen Honigs entdeckte. Das führte schließlich nicht nur zur ersehnten Genesung, sondern machte aus ihm schließlich einen Experten in Sachen Bienen. Nach einigen Imkerkursen und langer Recherche zu den gesundheitsfördernden Effekten des Honigs, legten sich die beiden Bienenfreunde schließlich ein ganz neues Lebensmotto zu: Work hard, stay bumble! (Arbeite hart, summ weiter!)

Heute beleben weit mehr als nur die ersten Völker die Stadt. Paule und Lindsey nutzen sie auch, um Kindern und Stadtbewohnern zu erklären, warum Honigbienen so wichtig sind und was ihnen das Leben gerade schwer macht. (Pestizide, Schädlinge, Verlust natürlicher Lebensräume). Bauern aus der Umgebung mieten jedes Jahr Bienenvölker, weil sie bereits jetzt in der Natur fehlen um alle Obst- und Gemüseplantagen zu bestäuben. Paules Ziel: 200 Schwärme. Am liebsten würde er sein Hobby gerne mit so vielen Detroitern wie möglich teilen. Mit “Sponsor-a-Hive” Programmen sollen andere Städter angespornt werden, für 100 Dollar pro Grundstück selbst Teilzeit-Imker zu werden.

Seit Michelle Obama vor mehr als 10 Jahren einen Schwarm im Weissen Haus ansiedelte, haben schliesslich immer mehr Städte das private Bienenhaltungsverbot abgeschafft. Initiativen wie die von Paule und Lindsey gibt es mittlerweile aber nicht nur in Detroit und New York, sondern auch in Paris, London, Hong Kong sowie Sydney. Der Hobby-Imker Boom ist natürlich längst auch in der deutschen Hauptstadt angekommen. Ein Erfolg ist das Projekt für Detroit in jedem Fall. Bienenfreundliche Blumenbeete auf zuvor verlassenen Grundstücken beleben die Quartiere und vom Honig profitieren lokale Restaurants und sogar Destillerien. Solange es Menschen wie Timothy Pauleund Nicole Lindsey gibt, hat die Biene jedenfalls eine Chance!

  1. Bienen als Elefantenschreck

Für Kenia sind Elefanten Segen und Fluch zugleich. Denn während die grauen Riesen den Tourismus ankurbeln, bringen sie die Bauern des Landes immer wieder in Bedrängnis. Die wandernden Herden können gut und gerne eine Jahresernte innerhalb weniger Stunden vertilgen. Mit drastischen Maßnahmen versucht man dem Hunger der Rüsseltiere entgegen zu kommen: Um ihre Felder zu schützen, nutzen die Bauern Sprengsätze ebenso wie das Gewehr. Keine gute Lösung, dachte die in Somalia aufgewachsene Forscherin Lucy King und entdeckte schließlich eine bessere: Natürlich! Bienen.

Denn mindestens so groß wie ihre Körpermasse, ist die Angst der Elefanten vor den kleinen Quälgeistern. Denn mag ihre Haut noch so dick sein, Gesicht und Rüssel sind vor schmerzhaften Stichen nicht gefeit. Afrikanische Bienen gehen ohnehin um einiges wilder zur Sache als ihre europäischen Verwandten und so besteht für die Kälber der grauen Riesen sogar Lebensgefahr, wenn ein Schwarm ihnen zu nahe kommt. Bereits die Tonaufnahme von Bienensummen schlägt selbst den stoischsten Dickhäuter in die Flucht. Lucy Kings Idee ist deshalb verblüffend simpel: Auf mit Draht verbundenen Holzpfosten rund um die Farmen sind Bienen angesiedelt. Berührt ein Elefant den Draht, schwingen die Bienenstöcke und ihre Bewohner schwärmen aus. Kaum ein Dickhäuter, der nicht auf der Stelle kehrt macht.

In den Gegenden wo diese Zäune stehen, sollen sich die Zwischenfälle mit Elefanten bereits um mehr als 80% verringert haben. Das Projekt ist so erfolgreich, dass nun auch weltweit Universitäten und Naturschutzorganisation gemeinsam mit Lucy King an der Idee arbeiten. Die Bauern freut das natürlich. Nicht nur weil ihre Ernte sicher ist, sondern auch weil sie jetzt noch ein ganz neues Produkt anbieten können. Deutlich lesbar steht es auf dem Etikett: Elefantenfreundlicher Honig.

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