Sieben auf einen Schlag! … Oder die schlechteste Idee seit es Märchen gibt

Was das tapfere Schneiderlein noch ohne schlechtes Gewissen schaffte, kann uns heute schon teuer zu stehen kommen. Klar – nicht alles was krabbelt und fliegt erfreut sich größter Sympathie. Dabei sollten wir den kleinen Nervensägen mehr als dankbar sein. Ohne Sie gäbe uns vielleicht gar nicht mehr. Glauben Sie nicht? Vielleicht können diese sieben Fakten Sie vom Gegenteil überzeugen:

1. Mit den Insekten, verschwindet auch das Augenlicht

Viele der Kulturpflanzen, die Vitamine A, C und E sowie Kalzium und Eisen produzieren, sind auf die Bestäubung von Insekten angewiesen. Vitamin A ist nicht nur für die Entwicklung der Augen und das Sehen an sich verantwortlich, sondern wird auch für andere lebenswichtige Körperfunktionen benötigt. Wie zum Beispiel die Entwicklung des Nervensystems, die Bildung der roten Blutkörperchen und den Eiweißstoffwechsel. Mangelt es daran, werden wir anfälliger für Infektionen, leiden unter trockener Haut, Haaren und sogar Nachtblindheit. Grund zur Sorge gibt es schon jetzt: Durch die ständig sinkende Zahl bestäubender Insekten, befürchten Forscher einen Verlust von bis zu 40 Prozent der natürlichen pflanzlichen Nährstoffe. Es lohnt sich also, die Fliegenklatsche ab und zu im Schrank zu lassen!

2. Sauberes Wasser braucht kleine Helfer

Insekten und ihre Larven sind Garanten für sauberes, trinkbares Wasser. Im Boden nehmen sie wichtige Nährstoffe wie Stickstoff oder Phosphor auf, die sonst unser Grundwasser verschmutzen würden. Möglich ist das aber nur, wenn nicht zu viel Stickstoff auf die Felder gelangt und die biologische Vielfalt in den Böden gewahrt bleibt. Selbst die größten Skeptiker werden eingestehen, ohne Wasser sind wir ziemlich aufgeschmissen. Oder?

3. Ohne Insekten ist der Besuch bei Oma nur halb so gut

Kaffeeklatsch ohne Apfelkuchen? Klingt fad, wäre ohne Insekten aber Alltag. In Europa sind sie die wichtigsten Bestäuber und damit auch verantwortlich für die Bestäubung von Obst- und Gemüseplfanzen. Ohne die Arbeit von Insekten wie Honig- oder Wildbienen würde die Erntemenge Schätzungen zufolge bis zu 90% zurückgehen.Zur zweitwichtigsten Bestäubergruppe zählen die ungeliebten Fliegen, aber auch Schmetterlinge, Wespen oder Käfer leisten ihren Beitrag. Vielleicht sagen wir nächsten Sonntag einfach einmal ganz leise danke.

4. Hoffentlich sind Sie gerne nackt

Viele Pflanzen, die wir für die Herstellung unserer Kleidung benötigen, sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. So werden Baumwolle und Leinen beispielsweise ausschließlich durch Insekten bestäubt. Wolle wird aus dem Haar von Tieren hergestellt, die sich von verschiedensten Pflanzen ernähren – auch diese sind oft insektenbestäubt. Ohne Krabbeltiere, bleibt das Shopping-Vergnügen schnell aus.

5. Starke Helden im Kampf gegen multiresistente Keime

Viele Insekten schützen sich sehr erfolgreich gegen Viren und Bakterien. Dieses Potential rückt mehr und mehr in den Fokus der medizinischen Forschung. So produzieren Schaben ein Antibiotikum, das gegen multiresistente Bakterien wie Staphylococcus aureuswirkt. Viele von Insekten produzierte chemische Verbindungen sind außerdem potentielle Mittel gegen Krebs und andere Krankheiten.

6. Frostschutzmittel ganz ohne Chemie

Die Natur ist noch immer der beste Erfinder! Zitronenfalter überstehen den Winter dank des natürlichen Frostschutzmittels Glycerin. Auch Marienkäfer haben eine ähnliche Flüssigkeit im Blut. Sie halten selbst die heftigsten Winter nahezu unbeschadet aus. Wer oft mit dem Auto unterwegs ist, wird das zu schätzen wissen.

7. Die Liebe braucht das große Krabbeln

Es heißt, Blumen seien die schönste Sprache der Welt. Sähen wir tatenlos dabei zu, wie Bienen und ihre Verwandten aus unseren Gärten verschwinden, brächten wir uns um eine wunderbar romantische Geste. Beinahe alle blühenden Wildpflanzen hängen von der Bestäubung durch Insekten ab. Jetzt horchen Sie einmal in sich hinein – ist das wirklich die Welt in der wir leben wollen?

Natürlich mögen die Fakten überspitzt sein. Dennoch wird deutlich wie beeindruckend unsere winzigen Nachbarn tatsächlich sind und wieviel ärmer das Leben ohne sie wäre. Weil intensive Landwirtschaft, Pestizide und blütenarme Monokulturen Arten und Bestände immer stärker gefährden, ist es längst Zeit zu handeln. Packen wir es also an!

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