Wildkräuter — Vom Kompost in die Sterneküche Teil 2

Nach unserem letzten Post zu den wilden Kräutern können Sie es kaum erwarten, selbst auf die Pirsch zu gehen? Unseren Segen haben Sie! Doch ebenso wie gutes Schuhwerk im Herbst, hat der geübte Sammler immer ein wenig Achtsamkeit dabei. Denn nur was man wirklich kennt, gehört auch in den Korb! Manche giftige Kräuter wie der Schierling, lassen sich leicht mit dem ungiftigen Pendant, dem Wiesenkerbel, verwechseln. Ausserdem gilt es natürlich jederzeit den Naturschutz zu respektieren. Wir empfehlen den Besuch einer gut sortierten Buchhandlung, denn ein ganz altmodischer Plfanzenführer ist noch immer der beste Begleiter auf langen Sammler-Spaziergängen und kommt zudem ganz ohne Batterie und Netz aus.

Meiden Sie wenn möglich die Nähe zu stark befahrenen Straßen und auch Ackerränder sind für Kräutersammler tabu. Pflanzenschutzmittel, die in der Landwirtschaft auch heute noch zum guten Ton gehören, belasten nicht nur die Kräuter, sondern auch Ihre Gesundheit und die der anderen Feldbewohner. Wer einen eigenen Garten besitzt, kann statt auf die Suche zu gehen, Wildkräuter selbstverständlich gezielt ansiedeln. Längst gibt es im Handel eine große Auswahl an speziellen Samenmischungen und viele von ihnen können Online bei gängigen Versandhändlern bestellt werden. Lesen Sie am besten die Erfahrungsberichte anderer Gärtner, um ein Gespür für Qualität und ideale Bedingungen zu bekommen.

Achten Sie auf eine schonende Ernte! Reißen Sie die Kräuter niemals mit der Wurzel aus, sondern nutzen Sie Messer oder Schere. Bestens geeignet zum Sammeln sind luftige Körbe oder Beutel aus Leinen. Vor der Weiterverarbeitung sollten Sie die Kräuter gründlich waschen. Es gibt Experten, die dazu raten wilde Kräuter am besten um die Mittagszeit zu ernten. Denn dann sei der Gehalt an ätherischen Ölen und somit der Wirkstoffgehalt am höchsten!

Aber wo stecken sie jetzt, die geheimen Favoriten vom Wegesrand? Schauen Sie nur genau hin! Begegnen Ihnen im Frühling Menschen, die auf einerWiese Gänseblümchen pflücken, handelt es sich vermutlich um Feinschmecker.Der leicht pfefferige Geschmack der kleinen weißen Blüten ist für Experten kein Geheimnis mehr und sicher schätzen sie ebensodie dekorativen Qualitäten der essbaren Blumenköpfchen, mit denen sich Suppen sowie Salate im Handumdrehen aufwerten lassen.

Aber auch Löwenzahn oder Bärlauch, dem man heute gerne den Titel “Wilder Knoblauch” verleiht, gehören zu den echten Könnern auf Feld und Wiese. Ebenso die Vogelmiere oder mildaromatischer Wiesensalbei, der sich bestens für Fischgerichte eignet. Jetzt im August sind es vor allem die Gewürzpflanzen, die eifrige Sammlern locken. Feldthymian, wilder Majoran, Bärwurz oder die wilde Möhre, im Geschmack der Petersilie nicht unähnlich, gehören zu den Highlights der Saison.

Gemeinsam haben sie alle dies: Sie sind reich and Aroma- und Vitalstoffen und schlagen beinahe jeden gezüchteten Konkurrenten um ein Vielfaches, was Vitamin- und Mineralstoffgehalt angeht. Löwenzahn und Gänseblümchen beispielsweise liefern ungleich mehr an Kalium bzw. Magnesium als Feldsalat und Mangold aus dem Supermarkt. Auch die Brennnessel ist ein absolutes Kraftpaket. Denn in ihr steckt mehr Kalzium als in sämtlichen Milchprodukten oder gar dem allseits gerühmten Spinat. Da scheint es fast schon kaum erwähnenswert, dass der grüne Blattfarbstoff zudem auch noch antioxidative Qualitäten aufweist und freie Radikale im Körper unschädlich macht.

Außerdem sind Wildkräuter und -blüten besonders reich an sekundären Pflanzenstoffe. Das sind Substanzen, die von den Pflanzen gebildet werden und viele unserer Stoffwechselprozesse positiv beeinflussen. Sie machen aus vielen Kräutern auch Heilkräuter, die in der Naturheilkunde gerne zum Einsatz kommen. So sollen zum Beispiel die Phytoöstrogene des Rotklees, den der Volksmund wegen seines süßlichen Geschmacks auch Honigklee nennt, bei Frauen Beschwerdenin den Wechseljahren mildern. Der Spitzwegerich enthält Schleim-, Bitter-und Gerbstoffe, die bei Atemwegserkrankungen Linderung verschaffen.

Inzwischen haben viele Spitzenköche entdeckt, dass die „Wunderkräuter“ nicht nur Salat eine besondere natürliche Würze geben. Wildkräuter und -blüten schmecken auch als Gemüse, Getränk oder sogar Dessert. Unser absoluter Favorit ist die Vogelmiere: Ihre belebende und erfrischende Wirkung und ihr erbsenähnlicher Geschmack überzeugen!In Parks kann man sie als Snack genießen – einfach von der Wiese in den Mund. Und Zuhause macht sie sich perfekt im Salat!

Lassen Sie es sich schmecken!

Wildkräuter — Vom Kompost in die Sterneküche Teil 1

Löwenzahn, Giersch, Brennnessel oder Gundermann:  Im Frühling und Sommer blühen in Wäldern und am Wegesrand die Wildkräuter. Auch auf der MIC-Wildwiese ist das vermeintliche Unkraut längst Zuhause. Was so manchem Kleingärtner die Laune verdirbt, ist für andere ein echtes Kleinod. Denn ob als schonende Medizin oder kulinarischer Akzent, das Grün von der Wiese nebenan kann weit mehr als Sie vielleicht vermuten!Wilde Kräuter und Blüten erleben in der europäischen Küche gerade eine Renaissance. Lange war ihr Gebrauch verpönt und von der Entwicklung industrieller Lebensmittel verdrängt. Inzwischen entdeckt man diese natürlichen Schätze wieder. Wurden Löwenzahn und Giersch bisher eher als lästig angesehen, landen sie nun auf unserenTellern. Gerne auch in der gehobenen Gastronomie. Die Vielfalt ist geradezu gigantisch. Von den rund 12.000 wilden Pflanzen, die in Europa wachsen, sind etwa 1500 essbar. Der Frühling bringt frisches Grün in Hülle und Fülle in Parks, auf die Wiesen und macht auch Ihren Garten zu einer Wunderkammer, die unser aller Aufmerksamkeit verdient.

Zu den besonderen Eigenschaften der Wildkräuter gehört, dass die meisten von ihnen reich an Vitaminen, Mineralstoffen und bioaktiven Pflanzenstoffen sind. Klar “Unkraut” ernten kann eigentlich jeder, man sollte beim Pflücken aber Vorsicht walten lassen. Was in direkter Nähe von Industrieanlagen, Straßen, intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen oder Hundespazierwegen wächst, bleibt besser wo es ist. Ebenso sind Naturschutzgebiete für eifrige Sammler tabu! Eine gute Kenntnis der zum Verzehr geeigneten Pflanzen ist Pflicht. Man muss sie eindeutig identifizieren und von anderen ähnlichen Wildkräutern unterscheiden können. Mit Übung und Recherche lohnt die sie Suche am Ende aber um so mehr: Denn ganz frei Haus liefert die Natur uns schmackhafte und vor allem gesunde Zutaten für leckere Gerichte.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Gut so! Denn in unserem nächsten Post verraten wir Ihnen, was Sie beim Sammeln beachten sollten und stellen ein paar der Stars vom Wegesrand, inklusive Rezeptideen, vor.

Sieben auf einen Schlag! … Oder die schlechteste Idee seit es Märchen gibt

Was das tapfere Schneiderlein noch ohne schlechtes Gewissen schaffte, kann uns heute schon teuer zu stehen kommen. Klar – nicht alles was krabbelt und fliegt erfreut sich größter Sympathie. Dabei sollten wir den kleinen Nervensägen mehr als dankbar sein. Ohne Sie gäbe uns vielleicht gar nicht mehr. Glauben Sie nicht? Vielleicht können diese sieben Fakten Sie vom Gegenteil überzeugen:

1. Mit den Insekten, verschwindet auch das Augenlicht

Viele der Kulturpflanzen, die Vitamine A, C und E sowie Kalzium und Eisen produzieren, sind auf die Bestäubung von Insekten angewiesen. Vitamin A ist nicht nur für die Entwicklung der Augen und das Sehen an sich verantwortlich, sondern wird auch für andere lebenswichtige Körperfunktionen benötigt. Wie zum Beispiel die Entwicklung des Nervensystems, die Bildung der roten Blutkörperchen und den Eiweißstoffwechsel. Mangelt es daran, werden wir anfälliger für Infektionen, leiden unter trockener Haut, Haaren und sogar Nachtblindheit. Grund zur Sorge gibt es schon jetzt: Durch die ständig sinkende Zahl bestäubender Insekten, befürchten Forscher einen Verlust von bis zu 40 Prozent der natürlichen pflanzlichen Nährstoffe. Es lohnt sich also, die Fliegenklatsche ab und zu im Schrank zu lassen!

2. Sauberes Wasser braucht kleine Helfer

Insekten und ihre Larven sind Garanten für sauberes, trinkbares Wasser. Im Boden nehmen sie wichtige Nährstoffe wie Stickstoff oder Phosphor auf, die sonst unser Grundwasser verschmutzen würden. Möglich ist das aber nur, wenn nicht zu viel Stickstoff auf die Felder gelangt und die biologische Vielfalt in den Böden gewahrt bleibt. Selbst die größten Skeptiker werden eingestehen, ohne Wasser sind wir ziemlich aufgeschmissen. Oder?

3. Ohne Insekten ist der Besuch bei Oma nur halb so gut

Kaffeeklatsch ohne Apfelkuchen? Klingt fad, wäre ohne Insekten aber Alltag. In Europa sind sie die wichtigsten Bestäuber und damit auch verantwortlich für die Bestäubung von Obst- und Gemüseplfanzen. Ohne die Arbeit von Insekten wie Honig- oder Wildbienen würde die Erntemenge Schätzungen zufolge bis zu 90% zurückgehen.Zur zweitwichtigsten Bestäubergruppe zählen die ungeliebten Fliegen, aber auch Schmetterlinge, Wespen oder Käfer leisten ihren Beitrag. Vielleicht sagen wir nächsten Sonntag einfach einmal ganz leise danke.

4. Hoffentlich sind Sie gerne nackt

Viele Pflanzen, die wir für die Herstellung unserer Kleidung benötigen, sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. So werden Baumwolle und Leinen beispielsweise ausschließlich durch Insekten bestäubt. Wolle wird aus dem Haar von Tieren hergestellt, die sich von verschiedensten Pflanzen ernähren – auch diese sind oft insektenbestäubt. Ohne Krabbeltiere, bleibt das Shopping-Vergnügen schnell aus.

5. Starke Helden im Kampf gegen multiresistente Keime

Viele Insekten schützen sich sehr erfolgreich gegen Viren und Bakterien. Dieses Potential rückt mehr und mehr in den Fokus der medizinischen Forschung. So produzieren Schaben ein Antibiotikum, das gegen multiresistente Bakterien wie Staphylococcus aureuswirkt. Viele von Insekten produzierte chemische Verbindungen sind außerdem potentielle Mittel gegen Krebs und andere Krankheiten.

6. Frostschutzmittel ganz ohne Chemie

Die Natur ist noch immer der beste Erfinder! Zitronenfalter überstehen den Winter dank des natürlichen Frostschutzmittels Glycerin. Auch Marienkäfer haben eine ähnliche Flüssigkeit im Blut. Sie halten selbst die heftigsten Winter nahezu unbeschadet aus. Wer oft mit dem Auto unterwegs ist, wird das zu schätzen wissen.

7. Die Liebe braucht das große Krabbeln

Es heißt, Blumen seien die schönste Sprache der Welt. Sähen wir tatenlos dabei zu, wie Bienen und ihre Verwandten aus unseren Gärten verschwinden, brächten wir uns um eine wunderbar romantische Geste. Beinahe alle blühenden Wildpflanzen hängen von der Bestäubung durch Insekten ab. Jetzt horchen Sie einmal in sich hinein – ist das wirklich die Welt in der wir leben wollen?

Natürlich mögen die Fakten überspitzt sein. Dennoch wird deutlich wie beeindruckend unsere winzigen Nachbarn tatsächlich sind und wieviel ärmer das Leben ohne sie wäre. Weil intensive Landwirtschaft, Pestizide und blütenarme Monokulturen Arten und Bestände immer stärker gefährden, ist es längst Zeit zu handeln. Packen wir es also an!

Es geht auch anders…

Manche Ideen kommen einem erst nach langem Grübeln, andere treffen uns wie der Blitz. In der Kaffeepause, beim Mittagessen oder schlicht auf dem Weg ins Büro. Mit der MIC Wildwiese ging es uns im Juli ganz ähnlich. Den Gedanken sich gemeinsam zu engagieren und über die Arbeit als Klinik hinaus positive Impulse für das zu setzen, was uns allen hier auch ganz persönlich ein Anliegen ist, gab es längst. Doch erst als der Blick aus dem Fenster auf die Beiden Rasenflächen vor dem Haus fiel, kamen die Dinge schließlich in Bewegung.

Seien wir ehrlich: Für echte Freunde der englischen Gartenschule ist der Rasen im Garten beinahe selbstverständlich die Verlängerung des Wohnzimmer-Teppichs. Klingt eigentlich gar nicht so übel, doch der Vergleich passt ein wenig zu gut. Denn klassischer „Englischer Rasen“ erscheint dem Auge zwar ebenmäßig grün und angenehm, ist aber genau so leblos und unbewohnt wie das Stückchen Stoff in der guten Stube. Und so wollten wir schließlich nicht mehr tatenlos auf den eigenen “Vorgarten-Teppich” schauen. Denn Leben ist und braucht Vielfalt. Wie wichtig sie ist, könnten uns die Bilder chinesischer Bauern beim Bestäuben per Hand kaum deutlicher vermitteln.

Am Ende brauchte es nicht lange, bis wir uns gemeinsam mit Harke, Saatgut und gutem Willen an die Arbeit machten. Und hübsch anzusehender Rasen, war dank vieler fleißiger Hände in kürzester Zeit in ein neues Zuhause für eine Vielzahl von Kräutern, Blumen und Insekten verwandelt. Wir sind gespannt wer in den kommenden Wochen und Monaten zu uns aufs Klinikgelände zieht. Sie erfahren es dann auch zuerst. Versprochen!

Ihre MIC Klinik

So geht’s doch auch, oder?

Mit sanfter Medizin zu arbeiten, ganzheitlich behandeln und heilen, das geht nur mit einem echten Bekenntnis zum Leben. In all seinen Facetten. Denn Leben, das ist nicht nur das eigene Erleben, nicht nur die Freude am eigenen Körper. Gutes Leben bedeutet auch immer Bewusstsein für andere, für die Dinge die uns umgeben. Es bedeutet Verantwortung zu übernehmen. Über das Selbst hinaus. Der Blick zum Horizont ist wichtig, selbst wenn der Alltag und kleine Sorgen ihn manches Mal verstellen. Wir alle teilen den Ort an dem wir sein und uns entfalten können. Es gibt keinen besseren Grund darauf Acht zu geben. Im Kleinen wie im Großen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eigentlich ganz selbstverständlich, oder? Und doch mag es uns nicht recht gelingen. Wir hinterlassen längst Spuren und oft zum Nachteil der Natur und allen, die ebenso auf sie angewiesen sind wie der Mensch. Vielen Tieren und Pflanzen fällt es schwer mit dem rasanten Wandel ihrer Umwelt Schritt zu halten. Einen Wandel an dem wir Teil haben, weil es immer mehr von uns gibt, weil wir alle Anspruch auf gleiche und gute Lebensqualität haben. Aber was tun, wenn Wasser knapp und ungenießbar wird, wenn zwischen Beton und Kulturlandschaften kaum noch wächst, was eine gesunde Natur ausmacht. Schon Einstein fürchtete: Verschwinden einst die Bienen, dann verschwindet auch der Mensch. Und so kann es uns nur aufrütteln, wenn in einigen Gegenden Chinas der Blütenstaub schon jetzt durch die Hände der Bauern den Weg auf die Felder findet. Wollen wir wirklich so leben? Nein, so geht es ganz sicher nicht.

Packen wir’s also an! Im Kleinen wie im Großen. Jeder kann einen Teil beitragen und wir wollen dabei sein. Und zwar mit Ihnen! Auf dem Gelände der MIC starten wir das Projekt Wildwiese. Über die kommenden Wochen können Sie hier alles darüber erfahren, wie wir der Natur ein Stück Lebensraum zurückgeben können, warum das auch Ihrer Gesundheit zu Gute kommt und wie Sie selbst helfen können, das Leben für uns alle ein bisschen besser zu machen!